Fallstudie: Econsult Management Consultant
(Alfred Lehmann)

Die 1980 gegründete Firma Econsult berät mittelständische Betriebe, größere Unternehmen bzw. Körperschaften, öffentliche Institutionen und staatliche Unternehmen. In den vergangenen Jahren hat die in Österreich ansässige Firma in zunehmendem Maße Kontakte zu anderen Beratungsfirmen und Experten sowohl in Österreich selbst als auch in anderen europäischen Ländern geknüpft. Gegenwärtig besitzt die Organisation Zugang zu einem europaweiten Netzwerk von Beratern, von welchen einige als Freiberufler tätig sind, andere arbeiten in universitären Einrichtungen oder sind Beschäftigte in Partnerfirmen anderer Länder.

Econsult hat Wege aufgezeigt, wie Berater dezentral, d.h. räumlich voneinander entfernt, mit Hilfe von IuK-Technologien in gemeinsamen Projekten arbeiten können. Diese Form der Zusammenarbeit wurde beispielsweise von den Autoren des Buches Faktor 4, das im Auftrag des Club of Rome erstellt wurde, erfolgreich durchgeführt. Hierzu nutzten die Autoren insbesondere die Möglichkeiten von E-mail und Fax, sie weisen nachdrücklich darauf hin, daß die gemeinsame Arbeit unter Verzicht auf diese elektronischen Hilfsmittel vermutlich um die zwei Jahre beansprucht hätte - wohingegen das Projekt nun innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen werden konnte.

Telearbeitsaspekte 

Die Beschäftigten von Econsult können an festgesetzten Tagen auf freiwilliger Basis von zu Hause aus zu arbeiten. Ihre Arbeitsverträge sind von der in beiderseitigem Einverständnis festgelegten Telearbeit nicht betroffen. Gleichwohl bestehen einige grundlegende Vorgaben der Firma, welche der Mitarbeiter in jedem Fall beachten muß.

Arbeitsaufgaben und Arbeitszeit

Telearbeit kann für bestimmte Arbeitsaufgaben eingesetzt werden, für die eindeutig definierte Teil- und Zielergebnisse ebenso aber auch ein verbindlicher Termin für Beginn und Beendigung der Arbeit formuliert werden können. Routineaufgaben hingegen eignen sich nicht für Telearbeit.

Die Telearbeiter erbringen die üblichen acht Stunden täglich wie andere Arbeitnehmer auch.

Aufzeichnung der Arbeitszeit

Jeder Mitarbeiter dokumentiert seine geleistete Arbeitszeit eigenverantwortlich anhand eines Arbeitstagebuchs.

Arbeitsraum und -ausstattung

Der Mitarbeiter nutzt die zu Hause verwendete Hardware, er ist voll verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen ergonomischen Standards am häuslichen Arbeitsplatz. Die benötigte Software wird von der Firma zur Verfügung gestellt.

Fahrtkosten zwischen Firma und Wohnung

Die Kostenerstattung erfolgt in Höhe der üblichen Pauschale für berufliche Fahrten (Die Zahlungen an freiberuflich tätige Berater richtet sich nach dem jeweiligen vereinbarten Dienstleistungsvertrag).

Unkostenerstattung

Gegenwärtig erhalten die Angestellten keinerlei Entschädigung für ihre Arbeit zu Hause. In Zukunft jedoch sollen Zahlungen eingeführt werden, um die anteilige Nutzung von Raum, Ausstattung u. a. (wie z.B. Telefon, Strom, Heizung) angemessen abzudecken.

Daten und Datensicherheit

Der Zugriff auf Firmendaten ist durch ein Paßwort geschützt, dieses wird an Angestellte und freiberufliche Berater (und ggf. auch Kunden) vergeben.

Kontakt und Kommunikation mit der Firma

An Telearbeitsplätzen Beschäftigte müssen wöchentlich an einem oder zwei Tagen im Firmenbüro sein. Auch freiberufliche Berater sollen an regelmäßigen Treffen teilnehmen.

Gesundheit und Sicherheit, (Sozial-)Versicherung

Diese Bereiche sind für Telearbeitnehmer ebenso wie für die Kollegen im Firmenbüro durch den Arbeitsvertrag bereits abgedeckt. (Für Freiberufler hängt dies von den jeweiligen Vereinbarungen ihres Vertrages ab.)

Betriebsrat 

Der Betriebsrat erhält Zugriff auf die Namen aller Telearbeitnehmer.

Technische Mittel für die dezentrale Zusammenarbeit

Aufgrund der Erfahrungen mit gemeinschaftlicher Arbeit räumlich voneinander entfernter Berater formuliert Econsult die nachstehenden Bedingungen:

Je einfacher das Format eines Dokumentes gehalten wird, desto besser. Econsult hat daher ein für alle Dokumente (Texte, Schaubilder, Tabellen) ein verbindliches Standardlayout geschaffen. Somit kann jeder beteiligte Berater rasch seine Arbeit beginnen, ohne zuvor Dateien in das eigene Softwareformat konvertieren zu müssen. Zudem erhält er ein Handbuch, das ihn befähigt, das erforderliche Standardformat problemlos zu übernehmen.

Econsult gewährt:

Diese technischen Grundlagen erwiesen sich als wesentlicher Schritt für die Implementation eines virtuellen Projektmanagements. Infolgedessen ist es nun möglich, eine beträchtliche Anzahl von Beratern und Experten überall in Europa einzusetzen, und diese wiederum können außerordentlich effizient über komplexen und anspruchsvollen Problemen arbeiten.


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