Die Stadt Sesto San Giovanni hat ungefähr 83.000 Einwohner und liegt etwa 10km nordöstlich von Mailand, zu dem eine Autobahnverbindung sowie eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz bestehen. Das historisch wichtige Zentrum der Eisen-, Stahl- und Elektromechanischen Industrie ist infolge der fundamentalen Veränderungen innerhalb der gesamten produzierenden Gewerbes im Großraum Mailand/Lombardei in eine große Krise geraten. In einem Zeitraum von zehn Jahren - zwischen 1981 und 1991 - fand eine weitgehende Deindustrialisierung statt. Die Durchschnittsgröße lokaler Unternehmen sank deutlich.
Die 1983 gegründete ASNM (Agenzia die Sviluppo Nors Milano) stellt ein Instrument für die wirtschaftliche Regeneration von Sesto San Giovanni dar. Eine seiner Initiativen ist die Schaffung eines experimentellen Telezentrums (Proxima) in der Stadt. Proxima besteht seit November 1997.
Vorbereitende Aktivitäten
ASNM verfolgte bei der Entwicklung des Telearbeitsprogrammes eine zweigleisige Strategie, mit diesem Elementen:
Im Verlauf des Jahres 1996 wurden einige Treffen mit Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertretern aus der Region veranstaltet. Etwa 150 kleinere Unternehmen aus der Region um Sesto San Giovanni sind Mitglieder in der API (Associazione Piccolo e Medie Imprese), während in etwa die gleiche Zahl mittelständischer Firmen in der Assolombarda, einer regionalen Geschäftsstelle der Confindustria, organisiert ist.
Wenngleich einige Unternehmen bereits elektronische Systeme für ihre Organisations- wie auch Vertriebsnetzwerke einsetzten, haben vornehmlich kleinere Firmen gerade erst mit ihrer Computerisierung begonnen, was natürlich eine erste Voraussetzung für die eventuelle Erprobung von Telearbeit bedeutet.
Bei diesen Treffen zeigte es sich ein großes Interesse der Arbeitnehmerverbände und Arbeitgeberverbände, in Zusammenarbeit mit der ASNM eine Kampagne zur Bewußtseinsbildung der Wirtschaft zu initiieren. Die Verbände regten vor allem die Organisation von Treffen mit ihren Partnern an. Ziel sollte die Entwicklung von Computerprogrammen zum Thema sein. Dabei sollte anhand von Illustrationen demonstriert werden, welche Möglichkeiten eine computerisierte Firma in bezug auf Effektivität, Arbeitsflexibilität, Arbeitszeit und Kosten mit sich bringt.
API und die Gewerkschaften sagten ihre Unterstützung zu. Im Hinblick auf die materielle Entwicklung des Zentrums schien darüber hinaus die Einbeziehung der Telecom Italia äußerst sinnvoll.
Entwicklungsprozeß
Firmen der elektronischen Verlagsbranche, deren Mitarbeiter eine hohe Quantität an Daten zu verarbeiten haben. Ein im Telezentrum zur Verfügung stehendes Breitband-Netzwerk sollte diese Arbeit vereinfachen. Damit sämtliche Vorteile dieser technischen Möglichkeiten genutzt werden konnten, bot das Telezentrum kleinen Firmen und Fachleuten für jede Stufe des Produktionsprozesses eine komplette Multimedia-Ausstattung (Vorproduktion, Produktion und Postproduktion) an.
Um die Idee des Telezentrums zunächst
einmal im lokalen Umfeld anschaulich und publik zu machen, wurden Diskussionen
mit mailändischen Organisationen wie der Industrie- und Handelskammer,
Institutionen aus Gesundheitswesen, Stadtverwaltung und kommunaler Regierung
durchgeführt, die sich mit der Frage einer möglichen Konzentration
auf eine Anlaufstelle für Bürgeranliegen auseinandersetzten.
Konzeption eines Geschäftsplans
Eine von der ASNM unterstützte Arbeitsgruppe wurde zur weiteren Umsetzung der Initiative gebildet. Die nächstliegenden Schritte wurden eingeleitet:
Proxima begann seinen Betrieb am 6. November 1997. Seine Räumlichkeiten umfassen insgesamt 150qm, die in die folgenden vier Bereiche getrennt sind:
Proxima Telework centre

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